Meet the Residents#9 – SDD im HY! Pop-up-Store.

4. April 2012

Sicherlich haben Sie von der Eröffnung des ersten Dresdner HY! Pop-up-Stores gelesen. Meldung gab es ja bereits eine Menge. Eine schöne Zusammenfassung dazu findet man bei den Kollegen vom Flurfunk. SDD (in Person von Tino V. Göbel) war natürlich bei der Eröffnung am vergangenen Samstag dabei und sprach mit dem Kommunikationsverantwortlichen Andreas Schanzenbach über das Projekt. Doch lesen Sie selbst…

Tino V. Göbel (SDD, re.) im Interview mit Andreas
Schanzenbach (CROMATICS, li.)

Wer bist Du und was machst Du eigentlich?

Mein Name ist Andreas Schanzenbach und ich bin einer der geschäftsführenden Partner der Kreativagentur CROMATICS hier aus Dresden. Meine Aufgabe in der Agentur ist es vor allem Neugeschäft zu akquirieren, sich mit Konzepten und Zukunftsthemen auseinander zu setzen.

Ok, prima. Wir sind jetzt hier im HY! Pop-up-Store. Was ist denn eigentlich das Konzept dieses Pop-up-Stores? Was steckt dahinter?

Grundsätzlich muss man vielleicht erstmal erklären was ein Pop-up-Store überhaupt ist. Diese Läden oder Shops sind immer eine temporäre Lösung. Sie poppen auf wie ein Pilz, sind da, dann passiert was und sind genau so schnell wieder weg. Und genau das ist hier, in der Centrum-Galerie, gegeben. Wir können überhaupt nicht sagen, wie lange wir hier mit dieser Fläche da sind. Das können vier Wochen sein, können aber auch vier Monate sein. Fakt ist, irgendwann ist die Zeit zu Ende. Dann wird aber nicht das ganze Konzept verschwinden, sondern wir werden dann wahrscheinlich einfach in ein eine andere Fläche ziehen. Konkret zum Konzept unseres HY! Pop-up-Stores ist unser Gedanke vor allem lokale Labels ins Boot zu holen und dem ganzen ein Thema zu geben. Wir haben hier angefangen mit dem Thema Urban Mobility, wo wir mit veloheld, als lokale Fahrradmarke und natürlich helt-pro, als lokale Helmmarke, Marken im Boot haben, die genau dazu passen. Als Ergänzung präsentieren wir das Bikewear-Label triple2 aus München. Das zeigt, wir sind auch offen für andere Marken, aus anderen Orten. Das heißt wir setzen jetzt nicht nur auf „I like it local“ , sondern unterstützen auch Leute die innovative progressive Konzepte haben und denen Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit nicht egal sind. Deshalb ist eben auch triple2 dabei.

Wo kommt denn das Konzept des Pop-up-Stores grundsätzlich überhaupt her?

Ganz ehrlich. Googlen, googlen, googlen. Wikipedia?! Ich hab keine Ahnung wer´s erfunden hat. Sagen wir es mal so, ich glaube Pop-up-Store und Concept Store liegen sehr nah beieinander. Und wir alle kennen den berühmtesten Concept Store COLLETE in Paris. Würde ich jedenfalls sagen. Wir bei CROMATICS beobachten diese Trends. Und ich schätze jetzt mal, dass das so vor drei bis fünf Jahren mit diesen Concept Stores losging. Und unserer Meinung nach gab es etwas vergleichbares in Dresden noch nicht. Dagegen findet man in Berlin ganz viele dieser Konzepte im Einzelhandel.

Wie kommt Ihr denn zu den Marken? Beim ersten Mal sieht das ja eher nach Netzwerk aus. Wie wollt Ihr zukünftig solche Marken finden, die sich für dieses Konzept eignen?

Zum einen ist das gerade Aufgabe von CROMATICS. Wir scannen permanent den urbanen Lifestyle. Da gibt es für uns fünf Bereiche: Mode, Sport, Kultur, Kunst und Musik. Das sind genau die fünf Bereiche und Spielwiesen indem wir als CROMATICS auch tätig sind. Von daher maß ich mir jetzt mal an, dass wir darin ganz gut Bescheid wissen. Ansonsten holen wir uns die Infos auch simpel übers Netz und unser Netzwerk

Kann man sich bei Euch auch dafür bewerben?

Absolut! Man muss es als offenes Konzept begreifen. Wir suchen nicht nur nach Labels die dazu passen, wir suchen auch nach Einzellösungen. Wenn jemand was Großartiges leisten kann oder eine Band tollen Sound liefert oder auch so ein Netzwerkabend wie bei Undsonstso kann dem Store Leben einhauchen. Also ganz klar – allen steht die Tür offen.

Sag mal, wie kommt es eigentlich zur Kooperation mit der Centrum-Galerie? Wie ist der Kontakt entstanden, so dass das Ganze nun hier stattfinden kann?

Das war tatsächlich die klassische Kaltakquise. Wir haben einige Ideen für die Locations gehabt, inspiriert durch das Haus und die bewundernswerte Architektur. Auf der anderen Seite haben wir feststellen müssen, dass es im Haus schlecht zu laufen scheint. Dabei dachten wir an die vielen leeren Flächen und daran, dass wenn man denen zeigt was man mit dieser Fläche machen kann, dann müsste es eigentlich ein Blinder mit einem Krückstock verstehen. Naja, und nun hatten wir das große Glück, dass durch den Betreiberwechsel eben auch junge frische Leute gekommen sind, die tatsächlich sofort verstanden haben, was wir hier leisten können. Das muss man hier mal ganz klar sagen. Das wäre sonst nie möglich gewesen. An dieser Stelle gilt es auch dem Centermanagement zu danken, dass uns die Umsetzung hier ermöglicht wurde.

Ja, auf jeden Fall. ich habe vorhin mit beiden (Anm. Centrummanager und Marketingmanager) gesprochen. Dabei habe ich erfahren, dass sich unter Umständen das Konzept hier auf weitere Märkte übertragen lässt. Der Eigentümer besitzt ja mehrere dieser Einkaufstempel. Die scheinen ja echt ganz angetan zu sein, von Eurer Idee, oder?

Genau. Das muss man wirklich sagen. Das ist echt eine sehr spannende Phase. Das ist auch irgendwie so ein Laborthema, was besonders uns ganz gut gefällt. Und genau, im Moment stehen alle Zeichen auf positiv. Und wir als Kollektiv, das kann man vielleicht mal sagen, haben bereits seit langem über so ein Konzept nachgedacht. Das ging eigentlich schon im letzten Jahr gegen Ende des dritten Quartals los. Uns war damals schon klar, wir möchten gern ein Exempel statuieren und dann mit dem Exempel das ganze tatsächlich auch ausrollen. Das war von Anfang an so geplant. Die Leerstandsproblematik haben ja letztendlich viele Center, auch in anderen Städten.

Richtiger Stichpunkt – Kollektiv. Hinter dem Projekt stehen ja mehrere Dresdner Agenturen. Wer ist das und warum sind die eigentlich dabei?

Absolut. Huh. Hmm. Wie mach ich das kurz und pregnant? In Dresden gibt es mittlerweile einige Agenturen die ähnlich konzeptionell arbeiten und denken. Und mit denen hatte man tendenziell schon eine ganze Weile Berührungspunkte. Man hat also schon was gemeinsam gemacht oder eben gemerkt, dass einige sich eben auch verstärkt mit kreativen Projekten befassen, die manchmal auch in Richtung non-profit gehen können. Am Ende des Tages arbeitet man jedoch immer mit den selben Leuten zusammen. Meine Idee war es irgendwann – hey Leute, wir brauchen ein Büro in Berlin. Warum gründen wir also nicht ein Kollektiv und eröffnen eine gemeinsame Dependance. Ich dachte mir, vielleicht sehen das ja alle genauso. Dann haben wir ein Label nach außen und können da auch besser nach außen auftreten. Das typische Synergiending. Du kennst das ja. Bei der Auftragsvergabe fragt man dann, was Du hast sieben Mitarbeiter? Nein danke. Aber von dieser Idee sind wir ziemlich schnell abgerückt. Am Ende sind wir eben Dresdner und vor unserer Haustür gibt es eben auch genug Baustellen, die man anpacken müsste. Eben solche Konzept wie wir sie hier gerade umsetzen. Und, wir haben gesagt, wenn wir ein Kollektiv machen, dann nicht des Kollektives wegen, also nicht mit – am Anfang steht eine Idee und dann schaun wir mal – sondern es müssen konkrete Projekte sein. Und dann ging’s ganz explosionsartig los. Da war auf einmal die Chance, das was wir besprochen hatten auch loszutreten. Das Baby ist nur geboren, nun muss es krabbeln lernen, sprechen lernen, laufen lernen und das ist auch gerade das ganz spannende hier an dieser Phase.

Ok. Zum Kollektiv selbst gehören ja auch Atmo Design …

Oh ja, ich bin schon wieder ausgeschweift. (lacht). Also zum Kollektive gehören ATMO Designstudio, Paulsberg, neongrau, intolight, Nico Müller/snagly und CROMATICS. Im Moment. Aber auch da will ich sagen, dass ist kein starres Gebilde. Sondern man schaut weiter. Man kann gerne auf uns zu kommen und uns ansprechen. Was man sieht ist diese Interdisziplinarität. Klar überschneiden sich auch Sachen, aber das ist auch überhaupt nicht schlimm. Sondern hier ist das Spannende, dass sich alle ziemlich gut ergänzen.

Kurz gedanklich zusammenfassen. So. Wir haben über die Zukunft gesprochen und wie das Konzept weiter geht. Am Ende ist es noch ziemlich offen wie sich das entwickelt. Wer alles dabei ist. Ok prima. Ich habs. Heute ist der erste Tag und es sind schon viele Leute da. Seit 13 Uhr sind die Tore offen. Es rappelt im Karton. Bis jetzt sieht alles ganz gut aus. Ja, das könnte man so sagen. (lachen beide) Ok, kommen wir somit doch einfach zum Schluss. Ach vielleicht noch kurz – CROMATICS. Ist ja eher dein Baby. Wir hatten ja zuletzt auf dem Magazinblog die Converse-Kampagne, die mit Eurer Hilfe umgesetzt wurde. Cooles Ding. Geht’s da jetzt weiter? Das war doch nur ein erster Step, richtig?

Die Just Add Color Kampagne ist definitiv dieses Jahr die größte Kampagne. Zumindest in dieser Region. Die ist aber schon zeitlich begrenzt und wir schauen jetzt – das kann man hier so unter uns sagen *hüst* – das ja zum Beispiel so ein Konzept wie der PAINT CLUB ja ziemlich gut zu dem Thema Converse und dem Thema Farbe passen würde. Und da wollen wir auf jeden Fall dran bleiben.

Alright. Das klingt spannend. Ja, bleibt ja eigentlich nur eins nach draussen zusagen: Kommt vorbei. Alle miteinander. Ach, was ist denn eigentlich mit Ladenöffnungszeiten?

Ja genau, das ist jetzt eine ganz neue brandheiße Info. Tatsächlich werden wir uns jetzt voll an das Center anpassen. 9:30 Uhr bis 20 Uhr, Montags bis Samstags.

Prima. Dann kommt alle vorbei. Danke Dir, Andreas.

Bitte bitte.

#aufgezeichnet am 31.03.2012, Bilder vom Opening gibt es auch auf Facebook!

(von links: Jan Hrdlicka, Marketing-Manager der Centrum-Galerie; Andreas
Schanzenbach, CROMATICS; Tino V. Göbel, SPUTNIKDRESDEN)

(das HY!Collective)

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