Meet the Residents #2 – Yanone.

Jan “Yanone”  Gerner

Diplom-Designer

Visualist/ Gebrauchsgrafiker/ Schriftentwickler.

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1. HEIMAT IST …?

Da, wo ich gerade bin. Die darum sich befindlichen Freunde, Städte, Arbeitsplätze ergeben in der Summe meine Heimat, die stetig im Fluss ist.

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2. DAS LEBEN IN DRESDEN IST…?

Gemütlich, sowohl im positiven wie auch im negativen Sinne.

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3. DIE STADT GEHÖRT…?

Mal ordentlich renoviert. Die beiden Pimmel am Postplatz abmontieren, damit die ganzen neuen gläsernen Einkaufstempel zerschreddern, um wieder Raum für ein menschenverträgliches Stadtbild mit viel Grün zu schaffen.

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4. IN DRESDEN BRAUCHEN WIR…?

Eine grundlegend neue Sicht auf die Gegenwart und Zukunft und Politiker, die ein Interesse für das Wohlergehen ihrer Bürger haben, anstatt sich täglich nur im barocken Spieglein an der Wand zu betrachten. Außerdem ein Verständnis dafür, dass auch solche Menschen vollwertige Bürger sind, die ein Jahreseinkommen unter 100.000 Euro haben und sich gerne in ihrer Stadt kreativ betätigen möchten. Außerdem: Die Brücke. Tut mir Leid, Leute, ist so.

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5. IN DRESDEN BRAUCHEN WIR KEINE…?

Neonazis, eitle Politiker, Ordnungsamt, Parkscheinautomaten, Gentrifizierung, City-Beaches und Yuppies überhaupt. Die sollen alle nach Hause gehen. (Doch wohin? Und bin nicht per Definition längst selber einer? Scheise!)

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6. EIN MONTAGMORGEN…?

Ist für den Freiberufler allgemein überbewertet. Trotzdem schließe ich mich meiner Vorrednerin an. Sie hat da ne gute Taktik.

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7. GLÜCK IST …?

In meiner aktuellen Lebensphase ganz banal: Genug Geld mit glücklichen Kunden einfahren, um zu überleben, und noch jede Menge Zeit für Freunde, Familie und eigene Aktivitäten übrig zu haben.

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8. ICH BIN WIE ICH BIN, WEIL…?

Ich mach was ich mach.

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9. ICH MACH WAS ICH MACH, WEIL…?

Ich bin, wie ich bin.

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10. MEINE IDEEN BEKOMME ICH…?

Auf dem Klo, beim Einschlafen, Aufwachen, Zähneputzen, Autofahren und überhaupt meist aus heiterem Himmel. Intuition ist meine halbe Miete.

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11. AM SCHÖNSTEN IST / WAR / WIRD ES …?

Nach meinem im Herbst beginnenden, einjährigen Schriftgestaltungs-Master-Studiengang Type/Media an der Königlichen Akademie der Bildenden Künste in Den Haag. Danach kann ich mich mit dem erlernten Wissen endlich mit einem eigenen Studio irgendwo niederlassen.

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12. FINDEN MUSS ICH NOCH…?

Den Ort dafür. Dresden steht hoch im Kurs, muss aber dringend noch an ihrem Selbstverständnis arbeiten. Ich helfe gerne mit, werde aber nicht gegen Windmühlen kämpfen. Leipzig hingegen hat ihr Bewusstsein für die Gegenwart und Zukunft längst unter Beweis gestellt. Ansonsten: Amman, Kairo, wer weiß das schon…

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………………………………………………….Vielen Dank, Yanone!

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Jan Gerner aka Yanone
1982 / DRESDEN
Diplomdesigner im Bereich Visuelle Kommunikation

www.yanone.de | YANONE@Vimeo

Vita:

Yanone wurde 1982 in Dresden als zweiter Sohn eines Kraftfahrzeugtechnik-Ingenieurs und einer Industrie-Architektin geboren. Er ist ein junger Gebrauchsgrafiker und Schriftgestalter, Multi-Media-Künstler, Diskjockey und Sound-System-Operator. Nachdem er neun Jahre seiner Kindheit und Jugend mit der Familie in Addis Abeba, Hauptstadt des ostafrikanischen Äthiopiens lebte, kehrte er 1997 ins wiedervereinigte Deutschland zurück und schloss seine Schulbildung am Gymnasium in Dresden ab. Sein Vater lehrte ihm mit 14 Jahren die Programmiersprache Pascal. Das zum Hobby gewordene Programmieren sollte fortan sein Berufswunsch sein. Frühe Erfahrungen im Web-Design und das Gestalten der Abi-Zeitung seines Jahrgangs verschoben den Fokus allerdings schnell auf die Gebrauchsgrafik, und Schriftgestaltung im Speziellen. 2002 nahm er das Studium der Mediensysteme an der Bauhaus-Universität in Weimar auf, wo er 2004 ins Fach Visuelle Kommunikation wechselte. Ein Freund brachte ihm damals das Gefühl für das Gestalten einzelner Buchstaben und die benötigte Software bei, was sein Interesse in Schriftgestaltung erneuerte. Seine sieben Universitäts-Jahre brachten ihn u.a. auch zu einem Praktikum nach Amman, Jordanien, ins dort ansässige Gestaltungsbüro SYNTAX, und nach Berlin zum Schriftenhersteller FontShop International. Dort erlernte er das Verständnis und den notwendigen Durchblick zum Herstellen professioneller Schriften. 2009 schloss er das Studium in Weimar mit einem umfangreichen Schriftgestaltungsprojekt ab: Einer arabisch/lateinischen Schriftfamilie für das Branding der Greater Amman Municipality, der Stadtgemeinde Amman. Der Leiter des Büros SYNTAX, Ahmad Humeid, lud ihn zu diesem Projekt erneut nach Amman ein. Die dabei entstandene Schriftfamilie enthält neben einer Grotesk- und Antiqua-Variante und den beiden verschiedenen Schriftsystemen auch die erste echte arabische Kursive einer digitalen Schriftfamilie. Die Schrift ist mittlerweile überall im Stadtbild von Amman zu sehen und soll 2010 als FF Amman in der FontFont-Bibliothek von FontShop erscheinen.

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Amman: typeface for a middle eastern capital from Yanone on Vimeo.

Fotos: Daniel Scholz.

Dogs, Bones & Catering 2010 – “Silberner Knochen”

Angela Scherzer, Peter Zimolong und Yanone holen unter Buhrufen den Silbernen Knochen beim diesjährigen Dogs, Bones & Catering für ihre Sicht auf das Realitäts-Verzerrung-Feld im zeitgenössischen Fernsehen.

Untitled, 2010 from Yanone on Vimeo.

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